Kurzichtigkeit (Myopie) – Kein Weg zurück!

Oft hört man den Satz “Ich möchte meine Augen nicht durch eine Brille verwöhnen”, aber eine Myopie (Kurzsichtigkeit) ist nicht natürlich ausgleichbar.

Entgegen zu minimaler Hyperopie (Übersichtigkeit), bei der durch Akkommodation die Fehlsichtigkeit bedingt ausgeglichen werden kann, ist bei der Myopie keine Bewegung des ins Auge eintreffenden Brennpunkts in Richtung der Netzhautgrube möglich. Bedenkt man, dass bereits eine nicht korrigierte Myopie von nur 0.50 Dpt. den Visus (Sehschärfe) annähernd halbiert bleibt kaum ein Argument eine Myopie nicht zu korrigieren.

Wird eine Fehlsichtigkeit nicht korrigiert oder überkorrigiert kann es unter anderem zu Symptomen wie Kopfschmerzen und Ermüdungserscheinungen kommen. Wichtig ist, dass eine fehlerhaft Überkorrektur durch den Augenarzt, Optiker oder den Probanden selbst (selbst verordnete Fertigbrillen) nichts mit “verwöhnen der Augen” zu tun haben, sondern lediglich aus einer Fehlmessung / Fehlproduktion resultieren. Faktoren wie Medikamente, medizinische Erkrankungen und ungenaue Messverfahren beeinflussen das Ergebnis einer Refraktion (Sehtest) und folglich der Korrektion.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema, es stellt sich die Frage warum mittlerweile fast jeder zweite 25-29 jährige Deutsche kurzsichtig ist und die Antwort liegt teilweise in unserer Lebensweise verborgen. Unser Körper ist darauf programmiert sich möglichst unserer Lebensweise anzupassen, so beeinflusst die Vernachlässigung der Ferne bzw. der bevorzugte Fokus in der Nähe das Wachstum unserer Augen. Wir werden leicht übersichtig geboren, erst im fortschreitenden Wachstum passt sich unser Auge dem benötigten Arbeitsabstand an um Energieeffizienz zu arbeiten.

Schon Kinder werden durch intensive Nutzung von Tablet, Smartphone & Co in Richtung Myopie getrieben. Ein besonders tragischer Umstand ist, dass sich die Myopie nicht durch Medikamente oder Augentraining rückgängig machen lässt, lediglich die Korrektur der entstandenen Fehlsichtigkeit durch Brillen, Kontaktlinsen oder operative Eingriffe bleibt.

Aktuell ist die Zahl der Kurzsichtigen steigend, ein Trend der Besorgnis erregend sein sollte, dennoch vernachlässigen viele Familien die Faktoren, welche eine Voranschreiten der Fehlsichtigkeit beeinflussen können. Man geht heute davon aus, dass schon kurze Aufenthaltszeiten im Freien (ohne digitale Geräte) die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit bei Kindern verlangsamen kann. Neben der sozialen Komponente ist das Spielen im Freien so eine simple und nützliche Angelegenheit um dem Problem entgegen zu wirken.

Vorbeugung ist die einzige Möglichkeit eine Kurzsichtigkeit zu vermeiden, dieser unumstößliche Umstand sollte uns Grund zum Handeln geben!

Einen interessanten Beitrag zum Thema haben wir bei Spiegel Online gefunden.