Hyperopie / Übersichtigkeit, ein Teil unserer Entwicklung!

Entgegen zur Myopie (Kurzsichtigkeit) ist die Übersichtigkeit (Hyperopie) am Anfang unseres Lebens ein völlig normaler Zustand. Kinder werden zumeist mit einer leichten Hyperopie geboren, da sich der Körper erst durch das Wachstum des Auges auf seinen eigentlichen Arbeitsabstand einstellt. Diese beeindruckende Leistung unseres Körpers ermöglicht ihm eine hohe Energieeffizienz im Alltag, allerdings bleibt die Fehlsichtigkeit oftmals auch bestehen.

Hyperopie (Übersichtigkeit) ist ein Unverhältnis zwischen Brechkraft und Baulänge des Auges, dabei entsteht die Abbildung des gesehenen theoretisch hinter der Netzhaut (bzw. hinter der Fovea). Daher erkennt der Übersichtige keine scharfe Abbildung naher Objekte.

Die Hyperopie darf nicht mit der Presbyopie (Altersfehlsichtigkeit) verwechselt werden, welche im Alter durch sinkende Akkommodationsfähigkeit entsteht.

Geringe Übersichtigkeit (Hyperopie) wird zumeist vom Körper unproblematisch selbst durch Akkomodation ausgeglichen, so ist eine Hyperopie bis ca. 0.50 Dpt. unbedenklich. Eine höhere Hyperopie sollte immer korrigiert werden, es empfiehlt sich auch auf eine eventuelle Heterophorie (latentes Schielen / verstecktes Schielen) zu prüfen.

Von der Selbstverordnung mit Fertigbrillen ist unbedingt abzuraten. Bei Fertigbrillen wird jedes Auge mit der identen Dioptrien-Anzahl korrigiert, allerdings ist es äußerst unwahrscheinlich, dass beide Augen den selben Grad an Fehlsichtigkeit aufweisen. Schnell überkorrigieren sich Probanden und produzieren so eine künstliche Myopie (Kurzsichtigkeit), zudem sind Ferigbrillen auf einen standardisierten optischen Mittelpunkt (Durchblickspunkt) geschliffen, bei Abweichungen kommt es zu einer prismatischen Wirkung. Darum sollte die Verordnung nur durch einen Optiker oder Augenarzt erfolgen, generell gilt, dass eine Refraktion (Sehtest) durch einen Optiker die augenärztliche medizinische Vorsorgeuntersuchung nicht ersetzt.

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Optiker bei Anzeichen einer medizinischen Erkrankung gesetzlich verpflichtet sind den Probanden an einen Augenarzt zu überweisen, trotz ihrer hohen Fachkompetenz sind Optiker in Österreich nicht berechtigt zu Diagnostizieren. Optiker behandeln keine Erkrankungen, sondern korrigieren nur Fehlsichtigkeiten. Eine enge zusammenarbeit zwischen Optiker und Augenarzt führt zum bestmöglichen Ergebnis für den Probanden.

Oftmals bemerken Probanden die Hyperopie erst mit fortschreitendem Alter, junge Menschen können oft die Hyperopie durch Akkomodation ausgleichen und bemerken so die Übersichtigkeit nicht. Ermüdungserscheinungen, Kopfschmerzen, brennende tränende Augen können ein Anzeichen für eine unerkannte Hyperopie sein.